Mut und Leistung
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Mutproben

Tauchen, fliegen, ausbrechen – Mut hat viele Gesichter.

Und die Mutigen erzählen ihre Geschichten, die deutlich machen,

dass diejenigen es zu großen Leistungen bringen,

die nicht vor Herausforderungen zurückschrecken.

Die Mutigen unterscheiden sich scheinbar sehr voneinander. Scheinbar.

In ihrer Freizeit leben die Großmeister des Mutes wie alle anderen Menschen auch: Sie gehen ins Restaurant und ins Kino, verbringen Zeit mit ihrer Familie, reisen oder kaufen ein. In ihrer Arbeit jedoch gehen sie an die Grenzen des Mutes und des menschlichen Durchhaltevermögens: auf der Fechtbahn, in der Luft oder sogar auf dem Meeresgrund. Doch wieso?

„Ich suche nicht die adrenalingeladenen Situationen“, behauptet Áron Szilágyi, Fechter und als Olympiasieger einer der ungarischen Helden der Olympischen Spiele in London 2012. „Ich bin gewissermaßen abhängig …, adrenalin- und dopaminabhängig“, sagt Pál Takáts, Weltmeister der Gleitschirmakrobatik. „Mein Alltag ist alles andere als abenteuerlich, und das ist auch gut so“, erklärt Dr. Tamás Elter, Haiexperte, lächelnd. Die Mutigen unterscheiden sich scheinbar sehr voneinander. Scheinbar.

Szilágyi Áron


„Ich sehe das Ergebnis meiner Arbeit und das gibt mir neue Motivation.”

Elter Tamás


„Die Arbeit mit Haien ist zugleich Herausforderung und Entspannung.”

Takáts Pál


„Ein, zwei Menschen auf der Welt haben diese Grenzen erreicht. Ich habe sie noch ausgeweitet.”

Áron Szilágyi

Olympiasieger im Säbelfechten

Der Wettkämpfer des Vasas SC wurde 1990 in Budapest geboren und kann bereits eine fantastische Erfolgsserie aufweisen. Als mehrfacher ungarischer Meister im Einzel- und Teamwettbewerb, Teamweltmeister und Einzelsieger der Weltmeisterschaften trat er auch bei den Olympischen Spielen in London 2012 selbstbewusst auf und gewann die erste Einzelgoldmedaille der ungarischen Mannschaft. Neben dem Fechten widmet sich Áron Szilágyi besonders seiner Ausbildung und besucht in Budapest zwei Universitäten: Seit 2010 ist er Student für Internationale Studien an der Eötvös Loránd Universität und seit 2012 studiert der junge Athlet Psychologie an der Károli Gáspár Universität der Reformierten Kirche.

Tamás Elter

Meeresforscher, Sachautor

Tamás Elter ist einer der bekanntesten Meeresforscher Ungarns und war schon auf und in allen Ozeanen unterwegs. Seine Forschungsgebiete sind Schiffswracks, die Verhaltensbiologie von Haien und nichtprovozierte Haiangriffe. Im Laufe seiner Karriere konnte Elter „berühmte“ und auch weniger bekannte Haiarten vom Großen Weißen Hai über den Weißspitzen-Riffhai bis zum Kurzflossen-Makohai beobachten. Er ist Sachautor und Chefredakteur des ungarischen Magazins „The Explorer“, Mitglied der American Elasmobranch Society (Knorpelfischarten) und des Shark Research Institutes. Der ausgebildete Jurist und Tauchlehrer lebt in Budapest.

Pál Takáts

Weltmeister der Gleitschirmakrobatik

Der 1985 geborene Pál Takáts ist eine lebende Legende der Gleitschirmakrobatik, 2007 und 2010 gewann er die Weltmeisterschaft, auch im Jahr 2012 sicherte er sich einen Platz weit oben auf der Weltrangliste. Zudem ist Takáts dreifacher Weltmeister im Gleitschirmfliegen Solo und Synchron. Er ist der weltweit Einzige, der sämtliche akrobatischen Flugfiguren durchführen kann, und hat selbst neue Manöver entwickelt (z. B. Esfera und Corkscrew, Booster, Joker, Cowboy und Bull Ride). Zurzeit lebt Takáts in der Schweiz, sein Wissen setzt er neben den Wettkämpfen auch für Luftshows, Filme oder die Lehrpraxis ein. Der sieben Sprachen sprechende Gleitschirmweltmeister übt noch andere (Extrem-)Sportarten aus, wie zum Beispiel Kunstfliegen, XC-Fliegen (Streckenflug), Paramotor (motorisiertes Paraglyding), Base-Jumping (Fallschirmspringen von festen Objekten), Bergsteigen, Höhlenklettern, Skifahren, Tauchen und Skateboarding.

Mut zu Entscheidungen

Áron Szilágyi, Einzelsieger im Säbelfechten bei den Olympischen Spielen in London 2012, ist die personifizierte Nüchternheit. Wenige Monate nach dem Gewinn der Goldmedaille trainiert er wieder „ein bisschen“, aber er muss anerkennen, dass während seiner 13 Jahre auf der Fechtbahn das Fechten ihn geprägt hat und nicht umgekehrt. „Durch den Sport habe ich gelernt, für etwas zu kämpfen. Für etwas zu arbeiten. Zeiteinteilung, Loyalität, Respekt, Fairness.“ Wo bleibt da der Mut? Seine Antwort ist wohlüberlegt: Der Mut findet sich darin, in kritischen Momenten Entscheidungen zu treffen. „Ich brauche Mut, um immer nach meinen Prinzipien zu handeln. Um Entscheidungen zu treffen. Und bei uns Fechtern ist das bitter nötig. Wenn jemand Angst hat und sich nicht traut, in Aktion zu treten, dann ist vorauszusehen, dass er verlieren wird. Doch wenn er etwas riskiert, kann er gewinnen“, erklärt Szilágyi ruhig.

In unbekannten Gewässern

Dr. Tamás Elter könnte sich mit all seinen wissenschaftlichen Ergebnissen in der Tasche und zahlreichen faszinierenden Haikiefern in der Vitrine in seinem Sessel im Budapester Verlag des Magazins „The Explorer“ ruhig zurücklehnen. Stattdessen forscht er weiterhin im Internet nach Schiffswracks oder sucht die Nähe zu heimtückischen Tiger- und Bullenhaien, um ihren Charakter und ihr Verhalten zu untersuchen. Der Grund: Abenteuerlust und Forscherdrang. Und da in den Tiefen des Meeres nichts an die Welt an der Wasseroberfläche erinnert, ist das Tauchen „auch als Entspannung toll“. Doch schnell fügt er hinzu: „Ich suche die Abwechslung und nicht nur das Abenteuer an sich.“

Sei es ein Haieinsatz oder ein Wracktauchgang, jedes Abenteuer setzt gründliche Planung voraus. „Der Hauptteil der Arbeit geschieht an Land, mit der Erkundung der Lage von Schiff und Tauchgang. Der Mut beginnt, wenn man sich ins Wasser traut, in das unbekannte Gebiet. Den ‚Mut‘ unter Wasser würde ich eher als Geistesgegenwart bezeichnen.“ Diese Geistesgegenwart hat er schon mit der einen oder anderen Haiaktion auf die Probe gestellt, denn die Versuchsobjekte können sich durchaus auch einmal gegen den Taucher richten. „Es erfordert auch Mut, dem Hai gegebenenfalls in die Augen zu schauen und in der jeweiligen Situation richtig zu reagieren. Wenn man nicht versucht zu fliehen, kann einem das Raubtier sogar abnehmen, dass man gefährlich für es ist.“ Für die Bergung eines Wracks ist eine andere Art Mut vonnöten. „Jedes Wrack hat seinen eigenen ‚Charakter‘. Den muss man beachten, respektieren, man darf nicht davor zurückschrecken.“

In schwindelerregender Höhe

Gleitschirmakrobat Pál Takáts gibt offen zu: Er verlässt häufig den Bereich des Angenehmen. „Im Laufe meiner Karriere kam ich an Grenzen, die kaum mehr als ein, zwei Menschen auf der Welt erreicht haben“, sagt er lapidar. „Mich motiviert, dass ich neue Akrobatikmanöver entwickle. Denn das, was ich entwickelt habe, kann auch nur ich durchführen.“ Neben dem Stolz und der Abenteuerlust arbeitet in dem Weltmeister auch eine gehörige Portion Neugier: „Was mich noch antreibt, ist das Streben, von der Natur und der Physik etwas Neues zu lernen. Doch dafür muss ich eben an die äußersten Grenzen derselben gehen.“ Es besteht kein Zweifel, dass Pál Takáts bei der Gleitschirmakrobatik die Grenzen der Physik und der Technik ausreizt: Seine Streckenflüge mit Gleitschirm sind bis zu 305 Kilometer lang, und seine Saltos in mehreren 1.000 Metern Höhe machen ihn in seinem Sport zur lebenden Legende. Die erfolgreichen Manöver feuern Takáts’ Ehrgeiz an: „Der Erfolg gibt mir die Kraft und den Mut, die Grenzen zu erweitern.“

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Jahresbericht 2012 - Audi Hungaria Motor Kft. Audi Hungaria Motor Kft.